EEG-Rechner — Wind Onshore
Berechnet den durchschnittlichen Strompreis, den ein Wind-Onshore-Betreiber im EEG 2017+ erhält: Spotmarktpreis je 15-min-Slot plus monatliche Marktprämie (MP = max(0, AzW − Monatsmarktwert)), mengengewichtet mit der realisierten Wind-Onshore-Erzeugung.
§ 51 EEG: Stundenpreis = arithmetisches Mittel der vier Quartersstundenpreise (Day-Ahead-Auktion). Werden N oder mehr aufeinanderfolgende Stunden mit negativem Stundenpreis erreicht, wird die Marktprämie für den gesamten Block (nicht erst ab Stunde N) auf 0 gesetzt. Schwelle N hängt vom Inbetriebnahmedatum ab — siehe Übersicht im WEA-Tab.
ℹ Zu welchem Preis verkauft der Direktvermarkter meinen Strom?
Anlagen über 100 kW sind in der Direktvermarktung: ein Vermarkter verkauft deinen Strom an der Börse — physisch überwiegend am Day-Ahead-Markt (EPEX-Auktion 12:00 Uhr für den Folgetag). Den Intraday-Markt nutzt er nur zur Feinkorrektur von Prognoseabweichungen.
Deine Vergütung = Vermarktungserlös + Marktprämie, wobei Marktprämie = Anzulegender Wert (dein Gebot) − Monatsmarktwert. Der Monatsmarktwert ist gesetzlich der mengengewichtete Day-Ahead-Durchschnitt aller Wind-Onshore-Anlagen (EEG Anlage 1) — Intraday zählt hier nicht.
| Vertragsmodell | Was du bekommst | Profilrisiko |
|---|---|---|
| Marktwert minus X | Monatsmarktwert − feste Gebühr (z. B. − 0,1 ct/kWh). Du bekommst den Durchschnitt aller Anlagen. | beim Vermarkter |
| Pass-through | Dein tatsächlich erzielter Spoterlös (= dein anlagenindividueller Capture-Preis) − Gebühr. | bei dir |
Der Capture-Preis-Effekt: Wind weht oft dann, wenn alle Windanlagen einspeisen (= viel Angebot = niedrige Preise). Dein Capture-Preis (was deine Einspeisung × Day-Ahead-Preis real erlöst) liegt deshalb unter dem reinen Spot-Durchschnitt. Im „Marktwert-minus-X“-Modell ist dir das egal (du kriegst den Durchschnitt); im Pass-through trägst du dieses Profilrisiko. Das „Ergebnis Börse“ unten zeigt genau diesen anlagenindividuellen Wert.
Eingabe
Einspeise-Leistung im Bundesdurchschnitt
Mittlere Leistung [MW] je Viertelstunde, skaliert auf die Nennleistung der gewählten WEA (z. B. 7,0 MW bei N163/6.X). So sieht man, mit welcher Leistung eine einzelne Anlage dieses Typs im Bundesdurchschnitt tatsächlich einspeisen würde — basierend auf der realisierten Wind-Onshore-Erzeugung in DE.
Werte als Tabelle (ausklappen)
Korrekturfaktor (§ 36h EEG)
Korrekturfaktor:
—
Anzulegender Wert:
— ct/kWh
= — €/MWh
Ergebnis Börse (ohne EEG)
Mengengewichteter reiner Spotmarktpreis (ohne anzulegenden Wert, ohne Marktprämie). Zwei Szenarien gegenübergestellt: Einspeisung in allen Stunden (inkl. negativer Preise) vs. Abschaltung in Zeiten mit negativem Spotmarktpreis.
Ergebnis EEG
Mengengewichteter EEG-Erlös (Spotpreis + Marktprämie). Zwei Szenarien: Einspeisung in allen Stunden (inkl. negativer Preise) vs. Abschaltung bei negativem Gesamterlös.
Monatsaufschlüsselung
Vergleich: Umsatz nach Standortgüte
Resultierender Umsatz (exkl. Negativpreise / mit Abschalten) über die Standortgüte 50–100 %, für drei EEG-Fassungen und die reine Börsenvermarktung. Gebotszuschlag und Referenzertrag stammen aus der Eingabe oben — die Güte wirkt hier doppelt: höhere Güte senkt über § 36h den Korrekturfaktor (und damit den anzulegenden Wert), erhöht aber den Ertrag. Die gepunktete Linie markiert die oben gewählte Güte. Ohne Referenzertrag wird statt € der Erlös je produzierte MWh gezeigt.
Vergleich: Umsatz nach Gebotszuschlag
Wie oben, aber die Standortgüte ist auf den oben gewählten Wert fixiert und auf der x-Achse variiert der Gebotszuschlag aus der EEG-Auktion von 4 bis 7 ct/kWh. Referenzertrag und Güte stammen aus der Eingabe oben. Die gepunktete Linie markiert den oben gewählten Gebotszuschlag; die Börse-Kurve ist konstant (gebot-unabhängig). Ohne Referenzertrag wird der Erlös je produzierte MWh gezeigt.
Äquivalenz: EEG-2027-Zuschlag für gleichen Umsatz wie Solarspitzengesetz
Zu jedem Solarspitzen-Zuschlag der EEG-2027-Zuschlag, der bei der oben gewählten Güte denselben Umsatz ergibt. In normalen Marktwertjahren liegen beide ≈ gleichauf; erst wenn der Jahresmarktwert den anzulegenden Wert übersteigt (Abschöpfung), weicht der äquivalente Zuschlag ab.
Äquivalenter EEG-2027-Zuschlag je Standortgüte
Die Tabelle oben als Diagramm: x-Achse Solarspitzen-Zuschlag (4–7 ct/kWh), y-Achse der EEG-2027-Zuschlag, der bei derselben Güte denselben Umsatz ergibt — je Standortgüte eine Kurve. Unabhängig vom Referenzertrag. Die graue Diagonale (y = x) markiert Zuschlags-Gleichstand; in Marktprämienjahren liegen die Kurven ≈ auf der Diagonale, in Abschöpfungsjahren darüber.